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Letzte Aktualisierung:
28.02.2010




[ Aktuell ]

02.05.2010
Einmalige Schienenreise, einmalig langsam

Hurra, der Zug fährt !

Und dann bleibt er stehen. Fährt ein bisschen langsam vor. Bleibt wieder stehen. Fährt wieder ein bisschen. Bleibt wieder stehen ... endlos rinnt die Zeit ...

Die 13 Kilometer von Aurich bis Abelitz raaaaast der Geranienmarkt-Express mit sagenhaften 25 km/h auf seinen schnellsten Abschnitten dahin. Unterdessen wird man aus dem Lautsprecher darüber informiert, dass dies alles nur dem Umstand geschuldet sei, dass der Zug nicht tuten dürfte.

Denn tatsächlich. Bei jeder kleinen Überwegung muss ein Bahnmitarbeiter aussteigen. Ein kleines Fähnchen wird geschwungen. Der Zug rollt dann vor, bleibt wieder stehen, nimmt den Fähnchenschwenker wieder auf, rollt wieder an - und bleibt beim nächsten Überweg stehen, wo sich das Spiel wiederholt.

Und dennoch - selbst Schuld !

Was ist es auch schlimm, auf die Nerven der Anwohner Rücksicht nehmen zu müssen, die man vorher zu jeder Tages- und Abendzeit um den Verstand tuten konnte. Mein Mitleid für die arme rücksichtslose Eisenbahn-Tuterei hält sich in Grenzen.

Als ob die Eisenbahninteressenten nicht reich genug sind, sich eine ganz neue Trasse, weiter weg von den Wohnsiedlungen bauen zu lassen. Aber nein, man wollte ja die alte Trasse, weil die schon genehmigt und billiger zu bekommen war.

Und um den Widerstand vor Ort zu brechen, wendete man die Salamiwurst-Taktik an und versicherte, dass es keinesfalls mehr als zwei Züge pro Woche wären ...

Doch "huch", heute sind es mehrere Züge am Tag. Und die Bahn muss schon wieder ausgebaut werden. Und es sollen künftig 5,50 Meter Verladebreite möglich sein. Und es soll der Radweg dafür weichen. Der neugebaute versteht sich. Und der Abstand zur Straße muss vergrößert werden. Und ... und ... und ...

Und das alles soll vorher keiner gewusst haben ?

Na schön. Sehen wir das Ganze mal positiv. Eine 40.000-Einwohner-Stadt ohne Bahnhof ist sowieso etwas seltsam. Das der Verkehr rollt und die Industrie wächst, ist sehr gut, tausende Arbeitnehmer/innen profitieren ebenso, wie die Stadt durch die Gewerbe-steuer. (Was nicht heißt, dass mit diesem Geld von der Stadt verantwortungsvoll umgegangen wird. Vielleicht ist das Energie-Erlebnis-Zentrum ja nichts weiter, als ein großer Ofen, der mit Papiergeld befeuert wird.)

Weiterhin ist die Eisenbahn allemal einer B210n vorzuziehen, da wir Liberale die zahlreichen Waggon-Ladungen nicht in Form von zusätzlichen Lkw auf der Straße haben wollen.

Doch wenn schon der Allgemeinheit Lasten aufgebürdet werden, dann wollen wir eben auch, dass diese Allgemeinheit davon profitiert.

Wir unterstützen daher die Eisenbahn unter folgenden Bedingungen:

  • Bauliche Lösung, die keine übertriebenen Einschränkungen für Straßenverkehr und Anwohner bedeutet
  • Sicherung der Übergänge durch massive Umlaufgitter und Lichtzeichen, statt durch Tuten oder Fähnchenschwingen
  • Ermöglichung eines kleinen Personenverkehrs, u.a. durch Sonderzüge und Einbau derselben in ein Tourismuskonzept
  • Großzügige Entschädigung der Anwohner beim zusätzlichen Landerwerb

Und ganz persönlich wünsche ich mir, dass auch die Eisenbahnromantiker zum Zuge kommen und auch mal Dampfzüge zu sehen sind. Wenn man schon eine so kleine Strecke hat, dann darf sie jenseits der Verwendung als Industriebahn auch mal in Ferienzeiten oder an besonderen Tagen den Flair einer romantischen Kleinbahn haben.

Gunnar Ott, 02.05.2010

 

Auf dem Foto des Abteils in der oberen rechten Bildecke sind einige Mitglieder unseres Ortsverbandes zu sehen. In Klammern angegeben sind deren Schwerpunktthemen. Von links nach rechts:    Hanne Reinhardt (Soziales), Armin Reinhardt (Tourismus und Wirtschaft), Dr. Hans Grah (Gesundheit) und Angelika Grah (Schule und Bildung).



 
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Vorsitzender: Gunnar Ott
Beltenkampstr. 5
26607 Aurich

Tel.: 04941 / 8283 (ab 18:00 Uhr)


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